Geschenkgutschein-Guthaben auf Hold und Fax-Anfrage: Was tun?

Autor:iGRush|Prüfer:iGRush

Erstellt am : 2026-02-11

Geschenkgutschein-Guthaben auf Hold und Fax-Anfrage: Was tun?

Ihr Geschenkgutschein-Guthaben ist plötzlich auf Hold und Sie erhalten eine Fax-Anfrage? In diesem Beitrag erfahren Sie, wann das legitim ist, wie Sie die Sperre aufheben und wie Sie sich vor Betrug schützen.

Warum Ihr Geschenkgutschein-Guthaben auf Hold gesetzt wird

Aus Sicht großer Online-Händler ist ein Geschenkgutschein nichts anderes als digitales Bargeld – und entsprechend streng wird er überwacht. Ungewohnte Muster, etwa viele Karten auf einmal, hohe Beträge, neue Geräte oder ungewohnte Länder, können automatisch eine Sperre („Hold“) auslösen.

Hinzu kommen strenge Nutzungsregeln für Geschenkgutscheine: Sie dürfen damit in der Regel keine Dienstleistungen bezahlen, keinen Weiterverkauf organisieren und keine „unter der Hand“-Geschäfte abwickeln. Wenn Sie also Boosting, Skins oder Coins in der Community gegen Gutscheine tauschen, bewegen Sie sich schnell in einer Grauzone – mit dem Risiko, dass Guthaben eingefroren oder sogar zurückgebucht wird.

Karten von Drittanbietern sind ein weiterer Klassiker: Kaufen Sie Gutscheincodes auf dubiosen Marktplätzen oder von unbekannten Wiederverkäufern, kann der Händler die Einlösung blockieren, weil die Karte gestohlen, doppelt genutzt oder anderweitig auffällig ist. Selbst korrekt eingelöste Karten lassen sich dann meist nicht auf andere Konten oder Länder verschieben, wie auch allgemeine Übersichten zum Einlösen von Amazon-Geschenkkarten betonen.

Fax vom Händler: echt oder Betrug?

Der Händler kann Sie bei verdächtigen Bestellungen oder Zahlungsproblemen tatsächlich bitten, Unterlagen per Fax zu schicken. Laut offiziellen Informationen werden diese Faxe in sichere elektronische Bilder umgewandelt und nur einem kleinen Spezialteam zugänglich gemacht. Sie sollten nur die Informationen senden, die zur Verifizierung nötig sind, und andere Kontodaten nach Möglichkeit schwärzen.

Parallel dazu gibt es aggressive Betrugsmaschen rund um Geschenkgutscheine: Personen geben sich als Vorgesetzte, Support oder „Admin“ aus und verlangen, dass Sie Gutscheine kaufen und den Code oder ein Foto der Kartenrückseite schicken. Sicherheitsteams warnen explizit vor solchen Gift-Card-Betrugsmaschen, bei denen Betroffene in kurzer Zeit hunderte oder tausende Euro verlieren können.

Kurz-Check, ob die Fax-Anfrage seriös wirkt:

  • Sie kommt über Ihr Kundenkonto oder eine bekannte Support-E‑Mail-Adresse des Händlers.
  • Der Inhalt passt zu einer konkreten Bestellung oder Transaktion.
  • Es werden Beleg, Adresse oder Ausweiskopie verlangt – aber niemals der freigerubbelte Gutscheincode.
  • Es wird keine Bezahlung an Dritte, per Kryptowährung oder über fremde Websites gefordert.

Sobald jemand außerhalb der offiziellen Kanäle, etwa über Messenger-Apps oder einen Ingame-Chat, Fotos der Kartenrückseite oder Codes verlangt, können Sie getrost von Betrug ausgehen.

So reagieren Sie bei Hold auf Geschenkgutscheine und Fax-Anfrage

Bevor Sie irgendetwas faxen oder hochladen, gehen Sie systematisch vor:

  • Konto prüfen: Melden Sie sich direkt in Ihrem Kundenkonto beim Händler an und prüfen Sie Bestellübersicht, Gutschein-Transaktionen und Nachrichten im Konto.
  • Absender verifizieren: Öffnen Sie E‑Mails nicht über Links im Text, sondern gehen Sie manuell auf die Website des Händlers und in den Hilfebereich. Für alle Fälle finden Sie in Übersichten wie dem Amazon-Kundenservice-Kontakt die offiziellen Kontaktkanäle.
  • Belege sammeln: Legen Sie Kaufbeleg, Fotos der physischen Karte (Vorder- und Rückseite), Seriennummer und – falls vorhanden – die Bestellnummer des Shops bereit, in dem Sie die Karte gekauft haben.
  • Fax oder Upload vorbereiten: Senden Sie nur die Daten, die ausdrücklich angefordert werden; Kontostände oder andere Zahlungen können Sie schwärzen. Den Gutscheincode („Claim Code“) sollten Sie nur eingeben, wenn Sie sicher sind, dass Sie sich in einem legitimen Formular des Händlers befinden.
  • Follow-up einplanen: Eine Sperre kann einige Stunden bis mehrere Tage dauern. Wenn sich nichts bewegt, haken Sie über Chat oder Telefon nach und verweisen Sie auf die bereits gesendeten Unterlagen.

Wenn der Geschenkgutschein ursprünglich aus einem Bonus- oder Prämienprogramm stammt, können zusätzlich Fehler beim Drittanbieter auftreten – ähnlich wie bei dieser Fehlermeldung bei der Einlösung. Dann brauchen Sie oft sowohl den Programmanbieter als auch den Händler parallel im Boot.

Wenn es doch Betrug war: Schaden begrenzen

Stellen Sie erst im Nachhinein fest, dass Sie Codes oder Kartenbilder an Betrüger geschickt haben, sieht es leider oft schlecht aus – Geschenkgutscheine sind für Kriminelle so attraktiv, weil sie nach der Einlösung kaum nachverfolgbar sind.

Trotzdem sollten Sie sofort handeln:

  • Sofort den Support des Händlers kontaktieren und alle Details (Zeitpunkte, Codes, Belege, Chat-Screenshots) schildern.
  • Passwörter für Kundenkonto, E‑Mail und gegebenenfalls betroffene Zahlungsdienste ändern.
  • Bei größeren Beträgen Ihre Bank informieren und – je nach Höhe – Polizei oder Verbraucherzentrale einschalten.

Hinweis: Die offiziellen Amazon-Foren zu Gift-Card-Holds liefern derzeit kaum verlässliche Informationen – planen Sie daher lieber direkt Zeit für einen Kontakt mit dem Support ein.

Unterm Strich gilt: Nutzen Sie Geschenkgutscheine nur aus vertrauenswürdigen Quellen, prüfen Sie jede Support-Anfrage doppelt und geben Sie Ihre Codes niemals leichtfertig preis – dann bleibt Ihr Guthaben für Spiele, DLCs und Hardware-Upgrades statt für die Kasse von Betrügern reserviert.

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